Alles begann mit einem von Hand geschriebenen Brief, den ich Ende 2002 von Catherine Ogwal bekam, einer jungen Frau von 19 Jahren aus Uganda. Fasziniert von der schönen Schrift begann ich zu lesen und wurde mit jeder Zeile wütender.
Catherine Ogwal schildert minutiös, wie sie von Rebellen entführt und als Kindersoldatin ausgebildet worden ist, wie sie nach über zwei Jahren freikam, bei der Militäraktion mittelschwer verletzt wurde, aber dank dem Roten Kreuz wieder auf die Beine kam. Wie sie – zurück in ihrem Dorf, wo sie aufgewachsen ist – nur abgebrannte Häuser sowie Ruinen fand. Und Gräber, auch die ihrer Eltern. Wie sie nach Kampala lief, drei Tage, vier Tage und ihre Grossmutter aufspürte. Dort wieder ihre beiden Schwestern Doreen und Lydia wiedersah, beide gesund, wissensdurstig, aber wie sie selber und Tausende anderer Kriegswaisen ohne Chance, ihre Schulausbildung fortzusetzen.
Catherine Ogwals fehlerfreier Brief endete mit einer Frage, einer einfachen Bitte: Ob es irgendeine Möglichkeit der Unterstützung gebe, damit sie und ihre Schwestern die unterbrochene Ausbildung fortsetzen können.
Als ich den Brief beiseite legte, wusste ich, dass ich diesen jungen Waisen irgendwie helfen wollte. Catherine Ogwals schriftlicher Hilfeschrei war der Auslöser zur Gründung der Stiftung DOHU. Nach eingehenden Gesprächen vor Ort begann ich die grundsätzliche Problematik besser zu verstehen. Erstens: Das öffentliche wie private Schulwesen in Uganda wird primär durch Eltern finanziert und nur teilweise und unter bestimmten Bedingungen durch den Staat. Zweitens: Schulkinder leben in der Schule, verbringen jedoch ihre Ferien von 2 bis 16 Wochen bei den Eltern, für Waisen gibt es keine Lösung.
design by www.barbarasteiner.ch