Die Organisation einer DOHU-Familie steht auf zwei Grundpfeilern:
Grundpfeiler 1:
Von den jeweils vier bis acht Waisenkindern erhält das intelligenteste respektive älteste Kind nebst Geburtsurkunde einen Pass für die Eröffnung eines Bankkontos (Familienkonto). Das gewählte Kind handelt im Namen der «Geschwister», wird von der Pflegemutter aber überwacht. So wird eine direkte Unterstützung der Kinder ohne fremde Hilfe ermöglicht.
Grundpfeiler 2:
Eine Pflegemutter mit bescheidenem Einkommen und eigenem Bankkonto kümmert sich um den Haushalt, das Familienleben, die Gesundheit und Hygiene. Zur Existenzsicherung wird ihr (unabhängig vom Geld der Kinder) mit Rat und Tat und gegebenenfalls mit Mikrokrediten geholfen. Die Pflegemutter lebt kostenfrei im neuen Zuhause (der Lohn für die wertvolle Unterstützung) und ist den Kindern gleichzeitig ein vorgelebtes Vorbild.
Wie läuft alles ab?
Das ausgewählte Kind meldet brieflich oder via Internet, was benötigt wird, in Form eines Budgets für drei Monate, beispielsweise Schulgeld, Essen und Trinken oder Schuhe und Kleider. Der entsprechende Geldbedarf wird in € ermittelt und auf das Familienkonto in Kampala überwiesen. Dort wird durch das bevollmächtigte Kind Geld nach Bedarf abgehoben, zum Tageskurs gewechselt und gemäss Budget unter den Geschwistern verteilt. Somit verfügt jedes Kind über das notwendige eigene Geld.
Dass es zum Streit kommt, ist nach den traumatischen Erlebnissen der Kriegswaisen fast ausgeschlossen. Für sie ist DOHU ein Wunder. Aus bitterer Erfahrung wissen sie zudem: Ohne eine eigene Leistung besteht keine Aussicht auf Hilfe. Natürlich wird die Pflegemutter über die Zahlungen informiert, damit sie die Kinder auch überwachen und gegebenenfalls helfen und beraten kann. Quittungen werden gesammelt und dienen als Bestätigung für DOHU.
Diese geradlinige, simple Organisation funktioniert und hat sich bislang bewährt.
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